Die Zeiten langer Strecken mit uns beiden allein auf weiter See sind für den Moment erst mal vorbei, aber vielleicht nicht für immer....

 

Vielleicht wechseln wir ja auch irgendwann mal das Boot.

Erste Eindrücke - Griechenland 2019

Sozusagen in der Mitte unserer dritten Segelsaison mit Cassandra sind wir in Griechenland angekommen. Wir haben uns vorgenommen, in aller Ruhe Griechenland von Westen nach Osten zu erkunden, uns dabei aber Zeit zu lassen. Das bedeutet, dass wir die nächsten Jahre hier verbringen werden. Zunächst, sprich im Rest der diesjährigen Saison und vermutlich auch noch die nächste Saison wird es das Ionische Meer sein mit den Inseln Lefkada, Korfu, Meganisi, Kefalonia, Ithaki und Zakynthos. Danach werden wir weiter sehen.

 

Zur Zeit müssen wir uns noch daran gewöhnen, dass hier immer noch - es ist mittlerweile Anfang September - sowas wie Hochsaison herrscht. Die Häfen sind deutlich voller, als gedacht. Wir müssen tatsächlich - und damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet - immer vorher einen Platz im Hafen, oder am Steg reservieren. Es sind immer noch jede Menge Flottillen unterwegs. Für diejenigen unter uns, denen das nichts sagt: Es handelt sich um Gruppen von zehn bis fünfzehn oder vielleicht auch mehr Schiffen, die von einem Boot angeführt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Leute die nicht so viel Erfahrung haben. Auf diese Art lernen sie mit einem Segelboot umzugehen, aber die Leitung der Flottille steht immer zur Verfügung, um eventuelle Reparaturen zu machen, bei Schwierigkeiten sonstiger Art zur Verfügung zu stehen, vielleicht auch mal ein Boot komplett zu übernehmen. Gleichzeitig übernehmen die Leiter der Flottille auch die Reservierungen an den Stegen und den Restaurants. Dies wiederum bedeutet, dass wir in der Regel versuchen eher im Restaurant zu sitzen und zu bestellen, als die Flottille, die dann mit zwanzig bis dreißig Personen die Kapazitäten der Restaurantküche bis auf Weiteres für sich in Anspruch nimmt. Die Hochsaison soll bis fast Ende Oktober gehen. Wir sind mal gespannt.

 

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die kurzen Strecken. Auch wenn wir uns drauf gefreut hatten, es ist doch komisch um 10 Uhr loszufahren und zwei oder drei Stunden später das Boot schon wieder fest zu machen.

 

Momentan liegen wir in Syvota an einem Steg, an dem man pro Tag Euro 25,- bezahlt, dafür aber auch nicht verpflichtet ist, irgendwo essen zu gehen oder von einer Flottille verdrängt zu werden. Es ist das erste Mal, dass wir tatsächlich drei Tage an einem Stück an einem Steg liegen können.

 

Von hier geht es dann nach Lefkas in den Stadthafen, wo wir auf den ersten Besuch warten. Freunde/ehemalige Arbeitskollegen wollen uns für eine Woche besuchen. Sie haben sich ein kleines Apartment in Lefkas gebucht und wir planen mit den beiden Tagestörns zu unternehmen, vielleicht auch mal eine Nacht draußen in einer Bucht zu verbringen, mal sehen was so möglich ist.

 

Eine Woche später wird uns dann Susanne für zwei Wochen besuchen. Sie wird mit uns auf dem Schiff wohnen. 

In Griechenland angekommen

1230 Seemeilen in ca. fünf Wochen mit der Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fußgängers. Nichts für Leute mit Benzin im Blut!
1230 Seemeilen in ca. fünf Wochen mit der Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fußgängers. Nichts für Leute mit Benzin im Blut!

Da wir uns entschieden haben, die Hochsaison in Griechenland zu vermeiden und diese lieber in Deutschland zu verbringen, haben wir Cassandra in einer Bucht der Insel Lefkas vor Anker gelegt. Der dortige Yachtclub bietet einen Bewachungsservice an. Am 20. August geht es wieder zurück. Dann planen wir Küste, Inseln und Buchten des Ionischen Meeres zu erkunden. Teilweise werden wir dies mit Freunden tun, die sich bereits für den Monat September angekündigt haben.

Letzte Seemeilen nach Griechenland

Jetzt nur noch ein Stopp- um die Fussspitze Italiens herum und wir erreichen  Griechenland. 

Der Wind ist günstig und wir probieren den Parasailer aus, alles klappt - auch dank des kleinen Videos, welches Andreas bei der Einführung gemacht hat.

 

Ankunft: Die Gastlandsfahne wird ein - zunächst letztes Mal - gesetzt.

 

Die Einfahrt in den Kanal von Lefkas ist schon sehr speziell: zunächst muss man die schwimmende Brück, die dann zur Seite gedreht wird, passieren. Dieses ist immer zur vollen Stunde möglich und alle Boote reihen sich auf, um rechtzeitig vor Ort zu sein.

 

Und dann geht es in den 2 NM langen Kanal, der tiefer ins Ionische Meer führt.

Gleich auf der rechten Seite die Stadt Lefkas, mit Marina und Stadthafen. (Marinapreis für unsere Cassandra 75€, im Stadthafen 11,20€). Doch für das Einklarieren, die neue Crusing Tax, also Segelsteuer benötigen wir zunächst die Hilfe der Marina. Und am selben Abend kommt der Zweimaster an- rund der südlichen Küste Siziliens und dann wie wir Kurs direkt auf Lefkas.

Die Strasse von Messina

Wir trauen unseren Augen nicht, das NAVTEX meldet, dass es ein Schwimmen durch die Meerenge geben wird.

Nach der Dover - Calais Wettschwimmen jetzt das Gleiche hier. Und die Schifffahrt muss Acht geben, besser, dass sie das tut. 

Gleich nach der Einfahrt in diese Meeresenge (3km) trauten wir unseren Augen nicht und fühlten uns - nachdem wir verstanden, was da gerade passiert - zurück versetzt ins Mittelalter. Hier wird offensichtlich nach traditioneller Art nach Schwertfischen gefahndet. Während die Boote wohl knapp 20m lang sind, so scheint der Ausleger noch länger zu sein. Von dort wird dann der Schwerfisch harpuniert. Und geleitet wird das Boot von drei Menschen, die oben im Mastkorb stehen und nach Schwertfischen Ausschau halten.

Absolut bizarr, und dann in der Einfahrt und weiteren Enge zwischen dem italienischen Festland und Sizilien neu (9) solcher Boote, die dieses Gebiet mit großer Geschwindigkeit durchjagen.

 

Insgesamt scheint das Wasser hier zwischen den Landmassen zu 'kochen', extreme Strömungen, Verwirbelungen - verursacht durch den grossen Unterschied in der Wassertiefe und die (wenn auch geringe) Tide. In der Enge ist es ca. 80m tief, im Vergleich zu den üblichen 3000m im Mittelmeer.

 

Wir finden vor dem südlichen Ausgang eine kleine Marina, wo ausser uns später nur noch ein weiterer Segeler hinzukommt.

San Vito lo Capo - die Nordwestspitze Siziliens

Gemeinsam mit dem Zweimaster (Truant 2) ankern wir im Südosten von Sardinien, um die Distanz der nächsten Etappe etwas zu verringern. Anfang Juli erreichen wird dann Sizilien. Hier wird sich etwas erholt, verproviantiert und auch der Zuckerhaushalt wieder aufgefüllt.

 

Micha und ich hatten uns entschieden, Sizilien entlang der Nordküste abzufahren, während Truant den südlichen Weg wählte, weil dort ggf. die Winde besser mitspielten. Aber die Südumfahrung von Sizilien hat es in sich: nicht nur ist es ggf. der Weg von Flüchtlingsbooten sondern auch die Passage für die Handelsschifffahrt und natürlich die örtlichen Fischer. Unsere Freunde haben damit so ihre eigenen Erfahrungen gemacht, teilweise sah es nach militärisch geplanten Angriffen, mit dem Ziel den Zweimaster zu kapern, aus.

 

Aber auch uns wurde auf der Nordroute klar, wir sind nicht die Einzigen, die hier unterwegs sind.

Stromboli - Vulkanausbruch

Am 4.07. passieren wir die Äolischen Inseln, am Tag zuvor hatte es erneut

einen Ausbruch auf Stromboli gegeben und die Sonne scheint es heute kaum zu schaffen durch die Reste der Aschewolken hindurch auf zugehen. 

Von Sardinien nach Sizilien

Wir waren etwas mehr als zwei Tage und zwei Nächte unterwegs. Nachts geht einer von uns immer Wache und der andere versucht ein wenig zu schlafen. Einen Teil der Strecke konnten wir unter Segeln hinter uns bringen und damit auch mal wieder unsere Windfahnensteuerung nutzen. Zwischendurch ist dann aber tatsächlich ein Fisch an den Köder gegangen. Das es ein etwas größeres Exemplar sein musste, merkten wir schnell, als wir sahen, wie die Angel sich durchbog. Als wir ihn dann an Bord hatten, mussten wir erst einmal das Gefrierfach im Kühlschrank frei räumen, um Platz für die Tunasteaks zu bekommen.

 

Ein Tuna von 95cm, das ist wirklich kein kleiner Fisch und eigentlich ein viel zu grosser Fisch für uns beide. Micha hat den Köder danach verschenkt. Uns reichen die kleineren Fische. Aber die Steaks waren trotzdem ganz hervorragend. 

 

Auf Sizilien angekommen konnten wir dann mal wieder unsere neue Badeplattform nutzen.

Von Mallorca nach Sardinien

Die Distanz beträgt 240NM, also fast 500km. das bedeute erneut zwei Nachfahrten. Diese sind immer recht anstrengend, denn auch wenn wir uns abwechseln, wir sind halt nur zu zweit und viel Schlaf bekommt man da nicht.

Wir fahren Freitag mittags los, um nicht nachts anzukommen. Nachdem der Wind anfänglich sehr schwach ist, treibt er uns dann über 20 Stunden förmlich Richtung Sardinien und wir erreichen noch am Sonntag gegen 11:00 die Marina in Carloforte, einer Stadt auf der kleinen Insel San Pietro, die im äußersten Südwesten der Insel Sardinen vorgelagert ist. 

Carloforto hat uns beiden sehr gefallen, eine wunderbar unaufgeregte Altstadt, mit nem tollen Markt. Das alte Salinengelände ist als Lehrpfad aufbereitet worden und bietet 1000den von Seevögeln eine Bleibe, die Flamingos scheinen am zahlreichsten vertreten zu sein.

Vom spanischen Festland nach Porto Cristo, Mallorca (20.06.)

Deshalb kein Zwischenstopp auf oder vor Formentera sondern erneut eine Nachtschicht; die Etappe umfasst 160NM, also ca. 300km.

 

und Wiedersehen mit Truant 2 ...

Formentera und Ibiza lassen wir links liegen -

 - uns sitzt etwas die Zeit im Nacken, da wir doch recht spät losgekommen sind. Ausserdem möchten wir vor Beginn der Hochsaison das westliche Mittelmeer verlassen; die Preise hier in den Marinas sind einfach unerschwinglich.

 

Sonnenuntergänge und -aufgänge lösen sich ab.

2. Etappe: Cartagena nach Vila Joiosa

Eindrücke von unterwegs und von Cartagena

1. Etappe der Saison: Almerimar nach Cartagena (9. Juni)

Endlich ablegen, nachdem wir die ersten Seglerfreunde verabschiedet haben, sind nun endlich auch wir dran. Der erste grössere Schlag beinhaltet eine Nachtschicht.

Badeplattform - endlich die ersehnte

Überraschungen

Galvanische Korrosion, Elektrolyse ...

Rost klopfen - Wo stahl ist, ist Rost, wo Rost ist, ist auch Stahl

... doch bevor es weitergeht stehen einige Arbeiten an, Vorbereitung auf die Saison, aber auch unerwartete Arbeiten am Rumpf.

Saison 2019

Bald geht es weiter! Die Saison 2019 wartet. Cirka 1250 Seemeilen liegen zwischen unserem jetzigen Standort und der Bucht in Griechenland, die wir uns als Ziel ausgesucht haben.

Mittlerweile ist es Anfang Mai. Unser Ausgangspunkt ist die Marina von Almerimar. 

Der Flug ist für den 20.5. gebucht. Ab dem 21.5. stehen noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Programm, bevor es losgehen kann. Zunächst müssen wir die beiden Vorsegel wieder anschlagen und dann alle Schoten und sonstigen Leinen wieder anbringen. Dann das Sprayhood (Spritzschutz) und das Bimini (Sonnenschutz) wieder anbringen. Danach muss das Dampferlicht und die Decksbeleuchtung ausgetauscht werden. Als nächstes muss die Stopfbuchse mit neuen Packungen versorgt werden und das zusätzliche Solarpanel angeschlossen werden. Schließlich wollen wir unsere Entsalzungsanlage in Betrieb nehmen, da wir uns so allmählich den Regionen nähern, in denen Trinkwasser nicht mehr so einfach so bekommen ist. Ganz zum Schluss wird noch eine Badeplattform am Heck installiert. Ab dann müssen wir eigentlich nur noch auf den richtigen Wind warten und es kann los gehen.

Wie man der Karte entnehmen kann, geht es zunächst in nordöstlicher Richtung immer an der spanischen Küste entlang bis ungefähr zum Cabo de Gata. Dann geht es stärker nach Osten über die Balearen und Sardinien nach Sizilien. Entlang des Nordens der Insel bis zu Strasse von Messina und dann südlich durch diese Strasse bis zum südlichsten Punkt der Stiefelspitze Italiens. Östlich um die Spitze herum und dann wieder ein wenig nordöstlich bis wir an den Punkt kommen der ungefähr die kürzeste Distanz durch die Adria nach Lefkas darstellt. Unser Ziel ist eine Bucht im Osten der Insel Lefkas mit dem Namen Vlicho. Insgesamt werden es mindestens 1250 Seemeilen werden, die wir natürlich nicht an einem Stück segeln werden. Geplant sind Aufenthalte in Marinas oder Buchten immer dann, wenn wir eine Pause brauchen, Einkaufen müssen oder auch Diesel bunkern oder natürlich wenn das Wetter es verlangt.(m) 

 

Allen ein gesundes Neues Jahr

... ja, das wünschen wir Euch - mit vielen interessanten Begegnungen, neuen Eindrücken und, man möchte fast wünschen "mehr Frieden auf der Welt".

 

Wir haben in Marienthal das neue Jahr begrüsst. Nicht besonders fokussiert, aber Spaß haben wir gehabt. Danke an Jutta und Clemens.