Der Schlangenmensch

Heute ist es soweit. Gestern ist das Waterlock angekommen, heute gibt es keine Ausrede mehr, mir fällt jedenfalls keine mehr ein.

 

Erst Bett abziehen, dann Matratzen rausschleppen und verstauen, danach die Lattenroste raus und verstauen. Jetzt erst die kleine Klappe im Achterschiff raus, dann die große, damit ich überhaupt eine Chance habe mich da hinten zumindest parziell reinzuwinden. Damit ich das aushalte, muss ich ein Kissen über die scharfen Stahlkanten der inneren Schiffskonstruktion legen. Im Innenraum gibt es eine Beleuchtung, die ich auch noch anschalte. Dann das Werkzeug, bestehend aus diversen Schraubendrehern unterschiedlicher Größe und einem kleinen 9mm Schlüssel für die Schauchschellen. Das Wichtigste ist das Verlängerungskabel mit dem Fön. Damit will ich den Schlauch nachher erwärmen um das neue Waterlock in den Schlauch hineinzubekommen. Doch zunächst muss das alte raus.

 

Das Öffnen der alten Schellen geht einigermaßen gut. Ich komme besser heran als gedacht. Allerdings sind die Schellen auf dem Schlauch festgebacken. Mit einem Schraubenzieher lassen sie sich allerdings erfreulicherweise gut lösen. Nach ca. 30 Minuten habe ich alle Schellen ab. Ging schneller als befürchtet. Aber jetzt das Waterlock an beiden Enden aus dem Schlach zu ziehen wird wohl nicht so einfach sein, da ich nirgendwo einen Hebel ansetzen kann und praktisch alles mit ausgestreckten Armen machen muss. Das Photo wurde durch ein ca. 60 cm mal 60 cm großes Loch nach oben hin gemacht. Damit kann man sich ungefähr vorstellen wie gut alle Teile erreichbar sind. Letztlich helfe ich mir mit einem kleinen Trick. In der Richtung in die ich ziehen müsste befindet sich ein verschweisstes Rohr. Darum und um das herauszuziehende Teil des Waterlocks lege ich eine Schnur, die ich stramm verknote und mit einem Knebel auf Spannung bringe. Und siehe da, kein Problem mehr. Der Schlauch kommt mühelos runter.

 

Oben machen wir das ähnlich und schon ist das Teil ab. Das neue Waterlock an beiden Enden auf den Schlauch zu bekommen stellt sich ebenfalls einfacher dar als gedacht, da der Auspuffschlauch ziemlich massiv ist und sich kaum drehen lässt. Dadurch kann man das Waterlock relativ einfach in den Schlauch hineindrehen an beiden Seiten. Dann noch die Schellen drauf und verschraubt und nach ca. 1,5 Stunden ist das neue Waterlock installiert.

 

Landstrom abgeschaltet, Generator an und gestartet, springt sofort an und transportiert Kühlwasser und Abgase nach draussen, wie es sich gehört. Ich muss gestehen, dass ich mir nicht sicher war, ob mir diese Reparatur gelingen würde, da die größte technische Herausforderung der letzten 30 Jahre für mich darin bestand eine Kugelschreibermine auszutauschen. Insofern kann ich nur festhalten, dass ich vieles wohl zuerst mal selber ausprobieren sollte. Irgendwie bekommt man selber doch oft mehr hin, als man glaubt.

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